Achtung, es piekt jetzt ein bisschen!

„Achtung, es piekt jetzt ein bisschen und brennt dann etwas“, und das tat es dann auch.

Dienstagmorgen, 8 Uhr und wir haben mit der ersten greifbaren oder besser gesagt spürbaren Reisevorbereitungen begonnen, den Reiseimpfungen.

Vor einer Woche fand spontan eine große Räumaktion in unserer Wohnung statt, denn wir waren auf der Suche nach unseren Impfausweisen. Da kann man nur von Glück reden, dass weder unsere Wohnung noch unser Hausstand allzu groß sind und so nahm das Ganze nur etwa eine viertel Stunde in Anspruch, dann hatten wir die kleinen gelben Heftchen aufgetrieben. Die Aktion war dringend nötig, denn wir hatten unser erstes Beratungsgespräch beim Hausarzt, um uns über die empfohlenen Reiseimpfungen für unsere Tour zu informieren und einen groben Impfplan aufzustellen.

„Einen Moment noch bitte.“

Im Wartezimmer saßen wir bereits vor der ersten Herausforderung. Wir sollten diverse Fragebögen ausfüllen und unter anderem beantworten, wann wir wo genau sein würden. Schwierig zu sagen, wenn man lediglich eine grobe Route und keine konkrete zeitliche Planung hat. Wir haben dem Formular schließlich einfach die Überschrift „Weltreise“ verpasst, grob Jahreszahlen angefügt und gehofft, dass diese Angaben trotzdem für eine vernünftige Impfplanung ausreichen würden.

„Team unterwegs daheim bitte in Sprechzimmer 1!“

Dann wurden wir endlich aufgerufen und das Gespräch konnte beginnen. Zumindest für 5 Minuten. In diesen erklärten wir unserem Arzt, zu welcher Reise wir nächstes Jahr im April aufbrechen wollten, danach gab es eine etwas längere Pause, in denen dieser gefühlte 300 Haken in seinem Programm setzen musste, um unsere Reiseroute bzw. die möglichen Länder, die wir bereisen wollten, zu erfassen. Kurz bevor seine Computermaus mit Burn Out den Geist aufgab, waren alle Häkchen gesetzt und das Programm spuckte sämtliche für uns empfohlenen Reiseimpfungen aus. Eine nach der anderen ging unser Arzt diese mit uns durch und Marielles Augen wurden immer größer und ihr Blick immer ungläubiger. Naja, wenn man bedenkt, dass man sich zwar gegen sehr viel impfen lassen kann, gegen einiges aber auch nicht und gefühlt alles über Moskitostiche übertragen wird, vielleicht gar nicht so schwer nachzuvollziehen. Denn wenn eins sicher ist: wenn Marielle und Henning zusammen unterwegs sind, braucht Henning sich keine Sorgen um seinen Mückenschutz machen, die Blutsauger sind ohnehin alle bei Marielle. Die wiederum kann in Moskitoschutzprodukten baden und wird trotzdem zerstochen. Ungemein beruhigend, wenn man nur an das Dangue-Fieber denkt, gegen das es keine Schutzimpfung gibt, das dafür aber tödlich verlaufen kann, wenn man von Moskitos mit zwei verschiedenen Erregern gestochen wird. Na, zumindest beruhigend für Henning. Marielle entgleiste derweilen etwas ihre Gesichtszüge.

Nach einer knappen Stunde waren unsere Köpfe vollkommen überladen. Da wir das Gefühl hatten, dass jede neue Information, die in das eine Ohr rein geht, aus dem anderen Ohr eine alte wieder herausschiebt, wurde uns noch ein 70-seitiges Dossier ausgehändigt, in dem wir alles nochmal genau nachlesen können. Da wussten wir ja schon, was wir uns die nächste Zeit abends im Bett vorlesen würden.

Schließlich vereinbarten wir direkt den Termin für die erste Impfung und grade mal eine Woche später sitzen wir hier. Es piekt und brennt übrigens nicht nur, sondern drückt auch etwas. Aber wir sind ja tapfer. Außerdem gab es sogar ein buntes Pflaster und einen Lolli, da war das Ganze schon wieder fast vergessen. Marielle bangt den nächsten Tagen schon entgegen, da sie bisher immer auf Impfungen reagiert hat, sagt sich aber: alle mal besser als eine Hirnhautentzündung oder was anderes furchtbares zu bekommen.

„Tapfer sein, ist gleich vorbei.“

Bevor wir uns dann wieder auf den Heimweg machen, wird natürlich wieder ein Termin für die nächste Impfung vereinbart: in zwei Wochen geht es weiter. Das wird jetzt wohl ein knappes Jahr so gehen, aber nicht nur wir sind beruhigt, dass wir so viel Zeit dafür haben, sondern auch unser Arzt. Denn so kann bei jeder Impfung der volle Schutz für den Zeitpunkt der Abreise gewährleistet werden und der Körper bekommt nicht zu viele Impfstoffe auf einmal gespritzt, weil plötzlich die Zeit drängt.

Wir haben unsere internationalen Impfpässe bekommen.

Und wenn wir ehrlich sind, freuen wir uns auch auf die Impfungen und das nicht nur wegen dem anschließenden Lolli. Wir freuen uns vor allem, da die Impfungen unsere Reisevorbereitungen eine konkrete und handfeste Form annehmen lassen und die Abreise damit in greifbare Nähe rückt.

Und dann kann es bald endlich losgehen!

2 Gedanken zu “Achtung, es piekt jetzt ein bisschen!

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