Ankunft unserer Reisebegleiter

Wir dürfen vorstellen: Klein Enmo und Hagen, unsere neuen Reisebegleitern

Ist denn schon wieder Weihnachten? Bei aktuellen sommerlichen 30°C kann man das bezweifeln. Wären wir jetzt schon in Neuseeland oder Australien auf den Feldern am Beeren pflücken, um unsere Reisekasse aufzubessern, könnte man nochmal drüber reden, aber wir sind noch immer in good old Germany. Trotzdem ist für uns heute so ziemlich Weihnachten, Ostern, Geburtstag und was einem sonst noch alles einfällt auf einmal gewesen, denn: unsere neuen Reisebegleiter sind eingetroffen.

Nachdem wir reichlich Zeit mit der Recherche über diverse Reisefahrräder verbracht haben, viel für uns ziemlich eindeutig und zudem einstimmig die Entscheidung auf die Firma Böttcher und ihre Reiseräder. Diese Fahrradmanufaktur bietet einzigartige und individueller Fahrräder in bester Qualität an, welche man optimal auf sich anpassen kann. Perfekt für uns, denn für unsere große Tour wäre ein einfaches Fahrrad von der Stange vermutlich sehr schnell an seinen Grenzen angelangt. Nachdem wir uns im Internet ein für uns passendes Modell ausgesucht hatten, suchten wir verschiedene Händler in unserer Umgebung auf, um mal Probe zu sitzen. Das gestaltete sich jedoch als Ding der Unmöglichkeit, denn kein Händler hatte ein Böttcher Fahrrad bei sich im Laden herumstehen. Die Erklärung, die dahintersteckte, war denkbar einfach: Fahrräder, die auf Kundenwunsch und immer individuell erst auf Bestellung gefertigt werden, stehen wohl kaum in einem Laden rum, damit man mal Probe sitzen kann. Hätte man sich auch denken können.

www.boettcher-fahrraeder.de

Also gut: wir also, nachdem wir das begriffen hatten, wieder nach Hause und auf die Böttcher Internetseite. Dort verbrachten wir dann erst mal reichlich Zeit damit das für uns in Frage kommende Modell so zu konfigurieren, dass es optimal unsere Anforderungen erfüllt. Grenzen sind einem dort kaum gesetzt. Und doch stießen wir auf die ein oder andere Grenze und kontaktierten daher kurzerhand einfach die Firma Böttcher. Wir berichteten von unserem Vorhaben, unserer Entscheidung für Böttcher Fahrräder und von den Grenzen, die für uns mit dem Konfigurator aufgetaucht waren. Und wie es das Schicksal, der Zufall, das Glück oder wer auch immer manchmal so will, wurden wir nicht nur unglaublich gut beraten und all unsere extra Wünsche, die der Konfigurator nicht hergab (da der Ottonormalverbraucher das einfach nicht benötigt) ohne Wenn und Aber erfüllt, sondern es wurde auch großes Interesse an unserem Vorhaben gezeigt. Und inzwischen können wir unser Glück noch immer kaum fassen, aber seither ist die Böttcher Fahrradmanufaktur unser Sponsor. Das bedeutet neben der Materialunterstützung auch, dass sie uns mit Rad(t) und Tat vor, aber auch während unserer Reise zur Seite stehen. Und für all das sind wir ausgesprochen dankbar. Besonders der Punkt jemanden an der Seite zu haben, der einem auch unterstützend zur Seite steht, wenn man schon unterwegs ist, ist sehr beruhigend. Auch nochmal an dieser Stelle: vielen, vielen Dank für Eure Arbeit und Unterstützung!

Wir freuen uns riesig über den Support durch die Firma Böttcher!

Aber gut, zurück zu unseren Rädern. Nachdem wir mit Hilfe des Konfigurators und der persönlichen Beratung von der Firma Böttcher unsere Räder zusammengestellt hatten, wurden diese umgehend bestellt und ab da hieß es für uns erst mal warten. Mindestens einmal am Tag stellte einer von uns beiden die Frage, wie weit unsere Räder wohl schon zusammengaubt sind und es wurden erwartungsvoll die Tage gezählt. Nach schon drei Wochen bekamen wir dann die Nachricht, dass unsere neuen Reisebegleiter an diesem Tage fertiggestellt aus der Produktion gekommen sind. Das ging deutlich schneller als wir erwartet hatten. Glück für uns. Eigentlich hatten wir vor die Räder persönlich abzuholen und direkt als erste Tour aus Wesseln (Schleswig-Holstein) zu uns in den Ruhrpott zu fahren, aber Marielles Bachelorarbeit funkte ordentlich dazwischen, sodass daraus leider nichts wurde. Also wurden uns die Fahrräder ohne großes Rumgehampel einfach mit einer Spedition geliefert und wir setzten uns einen Termin für Ende Herbst, um die Firma Böttcher mit unseren Rädern zu besuchen. So können wir unsere Ausrüstung, die wir bis dahin zusammen haben, auf Herz und Nieren bezüglich Regen und Kälte testen und können gleichzeitig endlich mal selber sehen, woher denn unsere Räder eigentlich kommen.

Nach der Info, dass unsere Räder mit einer Spedition verschickt werden, hieß es für uns natürlich nochmal ein paar Tage ungeduldig warten und dann war es endlich so weit!

Die Spannung steigt…

Man muss sagen: die Kartons waren schon beeindruckend! Keiner von uns hat je einen so großen Karton bekommen, da muss man erst mal rausfinden, wie man den jetzt am besten geöffnet bekommt. Wo Gewalt nicht hilft, hilft ja bekanntlich mehr Gewalt und so wurde der erste Karton voller Ungeduld aufgerissen. Da sich unsere beiden Fahrräder lediglich in der Rahmengröße und der Sattelfarbe unterscheiden, wurde zunächst ein Blick auf den Sattel geworfen und da dieser braun war, war dies Marielles Fahrrad. Marielle wunderte sich zwar kurz darüber, dass der Sattel so lang war und so hell, laut ihrer Erinnerung hätte dieser viel dunkler und kürzer sein müssen, aber gut. Da Henning einen schwarzen Sattel bestellt hatte, musste sie das falsch im Kopf haben. Also wurde noch der Lenker in die richtige Position gedreht, die Pedalen angeschraubt und dann der Sattel eingestellt. Tja und hier tauchte plötzlich ein gewaltiges Problem auf. Denn selbst, wenn der Sattel in der tiefsten Position eingestellt war, kam Marielle grade mal mit den Zehenspitzen auf den Boden. Scheiße! Doch die falsche Rahmengröße bestellt? Aber wir hatten doch extra einen Fachhändler gefragt und es sogar nochmal ausgemessen! Scheiße! Denn so schön handgefertigte, individuelle Fahrräder sind, mal eben einfach zurückgeben, kann man die nicht.

Naja, da müsste man sich noch was einfallen lassen, jetzt war erst mal noch Henning dran, der wartete nämlich schon mit Hummeln im Hintern. Also gab es wieder gewaltiges Kartonzerpflücke und tadaa: da war der zweite Reisebegleiter. Und schau mal einer an: der Sattel des zweiten Fahrrades war auch braun, allerdings viel dunkler und auch kürzer. Dödöm. Da hatte Henning wohl was falsch im Kopf gehabt und langsam erinnerte er sich auch wieder dunkel, dass er sich im letzten Moment noch für den naturfarbenen Ledersattel von Brooks entschieden hatte und nicht für den schwarzen. Man konnte förmlich spüren, wie der Stein, der Marielle vor Sorge die falsche Rahmengröße ausgewählt zu haben auf dem Herzen gelegen hatte, herunterfiel. Da gehörte das erste Fahrrad Henning und das zweite Marielle und nach erneutem Lenker drehen und Pedalen anbringen, wurde wieder der Sattel eingestellt und siehe da, jetzt passte das auch, ohne dass der Sattel ganz unten war und Marielle kam noch immer locker mit den Füßen auf den Boden. Henning hatte in der Zeit den Sattel auf seine Beinlänge eingestellt und so konnte die erste Jungfernfahrt beginnen. Sonderlich weit ging diese nicht, grade mal die Einfahrt von Hennings Eltern hoch und runter, weil danach doch nochmal das ein oder andere an Lenker und vor allem Sattel verstellt werden musste. Und so ging das eine ganze Zeit: Sattel hoch, runter, vor zurück, links rechts, vorwärts, rückwärts, ah ne, rückwärts doch nicht, das ist echt unpraktisch, bis man die vorläufige Sitzposition gefunden hatte.

Prost – Auf unsere neuen Reisebegleiter.

Dann wurde zur Feier dieses besonderen und für uns sehr wichtigen Ereignisses noch mit einem Glas Sekt für jeden angestoßen. Hennings Vater Rudi behielt zum Glück das Wesentliche im Blick und so wurden unsere neuen Reisebegleiter dann auch noch getauft. So wie es sich gehört. Marielles Fahrrad bekam sofort den Namen „Klein Enmo“ verpasst. Ihr aktuelles Auto hat als Nummernschild EN-MO, weshalb es immer Enmo genannt wird und als Andenken an das Auto, was dann natürlich weg kommt, wenn es los geht, und weil unsere Fahrräder ab April nächsten Jahres ja quasi unsere neuen Autos sind, so wie unser Zelt zu unserer Wohnung wird. Hennings Radl bekam den Namen „Hagen“, weil der Träger vorne über dem Vorderrad laut Henning wie ein Haken aussieht und er daraus dann eben Hagen gemacht hat. Laut Marielle sieht das ganze zwar eher wie ein Rundbogen aus, aber das liegt vielleicht im Auge des Betrachters. Und da es Hennings Rad ist, werden wir ab jetzt von unsere Reisebegleitern Klein Enmo und Hagen begleitet.

Wir taufen euch auf den Namen „Hagen“ und „Klein Enmo“.

Schließlich war es zwar schon spät, aber man lässt sich ja nicht Lumpen und so drehten wir unsere erste 10km Runde und konnten so auch schon mal unser Licht am Fahrrad testen. Urteil: ganz schön hell. Begeistert, freudig erregt und vom Fahrtwind etwas zerzaust kamen wir wieder an und planten direkt unsere erste große Tour für den nächsten Tag.

2 Gedanken zu “Ankunft unserer Reisebegleiter

  1. Guten Morgen ihr zwei,
    Was ein Glück ihr habt. Die Reisebegleiter sehen klasse aus und dann wird es ja bald Zeit, die zwei hübschen auszuführen.

    viele liebe Grüße
    Bianca

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