1. Kommt es anders. 2. Als man denkt.

In den Nachrichten, auf der Arbeit, beim Abendbrot zu Hause, beim Telefonat mit Freunden und Verwandten: momentan führt kein Weg am Thema Coronavirus vorbei. Somit auch nicht für uns.

In wenigen Tagen sollte es für uns endlich auf große Tour gehen. Seit über einem Jahr zählen wir die Tage bis zum großen Starttermin runter, der für uns den großen Traum und die große Freiheit bedeutet. Alles war bis zum Start geplant, alles soweit vorbereitet und dann ist das Leben passiert.

Momentan kann wohl für niemanden mehr, weder für uns, noch für jemand anderen von der großen Freiheit die Rede sein. Klar, wir sind noch nicht so alt, aber selbst unsere Eltern können sich an keine Situation erinnern, in der die persönliche Freiheit so stark eingeschränkt war, wie es heute der Fall ist. Soziale Kontakte sollen gemieden werden, es besteht ein Ansammlungsverbot von mehr als zwei Personen, es bestehen teilweise Ausgangssperren und viele der an Deutschland grenzenden Länder haben ihre Grenzen für Ausländer dichtgemacht.

Und so bleiben auch wir vorläufig daheim, ohne unterwegs zu sein. Natürlich hätten wir uns trotzdem auf den Weg machen und zunächst nur durch Deutschland fahren können. Wenn man mal mit dem Rad ausgiebig durch ganz Deutschland tingelt, wird man sicher auch seine Zeit brauchen. Aber darum geht es nicht. Denn ein wichtiger Punkt an unserer großen geplanten Tour ist schließlich nicht nur das Land kennenzulernen, sondern auch die Leute, die in diesem Land wohnen. Mal irgendwo auf einen Tee eingeladen werden oder bei jemandem auf der Couch oder dem Wohnzimmerboden schlafen. Aber all das soll man momentan vermeiden und auch wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass so viele Menschen wie nur möglich diese Zeit unbeschadet überstehen. Denn wir sind Teil einer großen Gemeinschaft, in der es ganz besonders in dieser Zeit auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt.

Wir sind mehr als traurig über den verschobenen Start unserer Reise.

Ja es ist schade und ja wir sind wirklich mehr als traurig, aber es ist eben notwendig. Für uns ergeben sich daraus auch noch andere Fragen und Probleme, die es zu lösen gilt. Denn in Hinblick auf die anstehende Tour haben wir inzwischen nicht nur vor einigen Wochen unsere Wohnung aufgegeben, sondern auch sämtliche unserer Möbel verkauft. Wir sind lediglich noch im Besitz einer Matratze. Und diese Matratze liegt momentan im ehemaligen Kinderzimmer bei Hennings Eltern, wofür wir übrigens sehr dankbar sind. Ohne Wenn und Aber, oder ein Murren, bieten die beiden uns ein Dach über dem Kopf und ein zu Hause. Das ist eine Schuld, die wir in diesem Leben wohl kaum mehr begleichen können. Allerdings sollte dieses Arrangement als Zwischenlösung für zwei Monate herhalten und jetzt stehen wir da. Denn es ist ja auch überhaupt nicht absehbar wann sich die Lage wieder beruhigt und wie bald die ganzen Reisebeschränkungen aufgehoben werden. Acht Wochen, sechs Monate oder doch eher ein bis zwei Jahre? Wer weiß das schon. Nur für uns ist es so ein echtes Ding der Unmöglichkeit irgendetwas zu planen. Sollen wir uns wieder eine eigene Wohnung suchen und unser Erspartes für Möbel anbrechen? Für ein bis zwei Jahre wäre das ein definitives Ja, für acht Wochen, selbst für vier Monate wäre das komplett sinnfrei. Und so stehen wir da und wissen weder vor, noch zurück.

Jetzt heißt es erstmal auf die Abfahrt warten. Zumindest stehen hier reichlich Bücher zum Zeitvertreib.

Aber auch das ist ein Problem, das wir lösen werden. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen, aber wir werden eine Lösung finden, da sind wir uns sicher.

Und ein Glücksfall haben wir auch noch: Hennings Eltern haben einen großen Garten. Das heißt, dass wir, wenn uns die große Wehmut packt, dort einfach unser Zelt aufbauen und so zumindest bei einem Topf Reis mit Bohnen ein winziges Gefühl der großen Freiheit heraufbeschwören können.

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Bleibt gesund!

Liebe Grüße,

Henning und Marielle

Ein Gedanke zu “1. Kommt es anders. 2. Als man denkt.

  1. Habe sehr an euch gedacht die letzten Tage und was ihr alles auf euch genommen habt. Aber ihr wärt nicht Henning & Marielle, wenn ihr nicht auch diese besondere Herausforderung meistern würdet. Das wichtigste ist doch, ihr habt EUCH und ein Dach, Ähhh und Zelt, über dem Kopf. Bleibt gesund und zuversichtlich 🦋🍀

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