Pivo – Teil 2

Wenn der große Traum zur Nebensache wird

Jovanka lernten wir dann doch erst einen Tag später kennen. Der Flug von ihr und ihrem Mann, Ivan, wurde gestrichen, weshalb wir uns erst am nächsten Tag kennenlernten. Baba Milanka, die Oma, sowie deren Katzen und Kitten hatten wir bereits am Abend zuvor kennengelernt. Morgens klopfte es dann und Jovanka steckte ihren Kopf zur Tür herein (wir durften in einem der Häuschen auf dem Hof wohnen). Wir begrüßten uns, wobei die Begrüßung für Pivo natürlich am überschwänglichsten ausfiel, und sie war uns auf Anhieb unglaublich sympathisch. Da sie aber noch einiges erledigen musste, sprachen wir zunächst nur kurz und verabredeten, dass wir mittags bei ihr vorbeikommen würden, um ganz in Ruhe über alles zu sprechen.

Mittags machten wir uns also mit klein Pivo auf der Schulter auf den Weg zu Jovanka. Dort angekommen, lernten wir ihre acht Katzen kennen. Allesamt gerettet oder zugelaufen. Anschließend unterhielten wir uns sehr lange über unsere Möglichkeiten und wir verrieten ihr auch, dass es uns jetzt schon schwer fiel uns vorzustellen Pivo wieder abzugeben. Jovanka bot uns nicht nur an, dass Pivo bei ihr auf dem Hof bei Baba Milanka bleiben könnte (bei ihr am Haus war es mit acht Katzen tatsächlich voll genug), sondern auch, dass wir uns alle Zeit der Welt nehmen und so lange in dem Häuschen bleiben könnten, bis wir wussten, was wir machen wollten. Wir könnten auch versuchen, ob wir mit ihm reisen konnten und falls es nicht funktionieren sollte, könnten wir wieder zur ihr zurückkommen und ihn dann dort lassen. So oder so, sie würde uns weder zeitlich noch mit der Entscheidung stressen und wir sollten über alles ganz in Ruhe nachdenken. Nicht nur, dass diese Angebote unglaublich lieb und hilfreich waren, vor allem half Jovanka uns indem sie den Druck rausnahm und uns alle Zeit gab, die wir brauchten und uns immer mit einem offenen Ohr und guten Ratschlägen zur Seite stand.

Schließlich fassten wir nach einigen Tagen und langem Überlegen den Entschluss, dass wir zumindest versuchen wollten, ob wir nicht zusammen mit Pivo die Reise bestreiten konnten. Sollte es klappen, wären wir von da an zu dritt und sollte es nicht funktionieren, hätten wir zumindest die Gewissheit und würden nicht ewig mit einem „was wäre gewesen, wenn…“ im Hinterkopf herumlaufen. Wir wollten es zumindest probieren. Nachdem wir Jovanka von unserem Entschluss erzählt hatten, machte sie sich mit mir auf den Weg ins nahegelegene Städtchen, um etwas zu besorgen, was wir als Transportmöglichkeit nutzen konnten, was nicht Pivos Box war, da er diese überhaupt nicht ausstehen konnte. Schließlich bekam ich in einem Laden für Tierbedarf und Angelsachen einen defekten Katzentransportrucksack geschenkt und wir bastelten am Hof eine Halterung, um diesen vorne am Lenker zu befestigen. So hätten wir Pivo im Blick und würden auch mitbekommen, wenn er aufs Klo müsste, außerdem konnte er so nicht nur seine Umgebung sehen, sondern auch uns und würde hoffentlich ruhig bleiben. Da dieses Provisorium natürlich nicht das Nonplusultra war, bestellten wir noch eine richtige Lenkertasche für Tiere zu jemandem von Warmshowers nach Rumänien. Die Lieferzeit nach Serbien war aufgrund des Zolls einfach zu lang. Die nächsten Tage verbrachten wir damit fleißig mit Pivo zu üben, indem wir mit ihm Fahrradtouren über eine Stunde unternahmen und schauten, wie er sich verhielt. Es funktionierte erstaunlich gut und meist schlief er irgendwann ein. Wir waren ziemlich guter Dinge und schrieben Jovanka, die zwischenzeitlich mit Ivan im Urlaub in Griechenland war, dass wir am nächsten Tag aufbrechen würden. Und das taten wir dann auch.

Wir wissen nicht, woran es lag, aber ab dem Zeitpunkt, als wir am nächsten Tag losfuhren war es eine absolute Katastrophe. Pivo blieb nicht ruhig in seiner Tasche und versuchte immer wieder herauszuklettern. Auf der Schulter oder in der Jackentasche wollte er aber auch nicht sein und kletterte dann von dort aus auf unser Gepäck. Wenn wir ihn aber auf den Boden setzten, jammerte er und wollte wieder auf den Arm. Wir versuchten ein Stück zu fahren, aber das Problem, was hinzukam war, dass wir auf Nebenstraßen fahren geübt hatten. Nun donnerten jedoch die LKW und Autos an uns vorbei, wodurch es auch nicht immer möglich war jedem Schlagloch auszuweichen. Schließlich steckte Pivo vollkommen verängstigt seinen Kopf in seiner Tasche nur noch unter das Kissen und pinkelte schließlich vor Angst in die Kiste. Also brachen wir ab. Wir suchten uns eine Stelle zum Zelten am Wasser und es flossen viele Tränen. Pivo ging es hier, weg vom Verkehr schon besser und er schlief erschöpft ein.

Wir diskutierten derweil unsere Optionen. Sollte jemand vorfahren nach Rumänien und die richtige Tasche holen? Dadurch würden zumindest die Erschütterungen nicht mehr so unmittelbar übertragen. Aber lag es wirklich an den Erschütterungen? Definitiv auch, aber vor allem lag es an dem Verkehr und dem Höllenlärm, den dieser verursachte. Denn in Serbien konnten wir schon froh sein, wenn die Autos und LKW 20 cm Abstand zu uns ließen. Das stresste uns schon und wir wussten immerhin was los war. Wie musste es dann für so ein kleines Kätzchen sein? Abends kam dann das nächste Problem hinzu. Nachdem Pivo in unserer Obhut nun eine Woche kräftig zugelegt hatte, bekam er abends, wie das viele Tierbesitzer kennen werden, seine dollen 5 Minuten, die auch gerne mal länger gedauert haben. Das Problem war allerdings, dass weder das Zeltmaterial noch die Isomatten für Angriffe durch Katzenkrallen ausgelegt sind und wir ein echtes Problem hatten, wenn Pivo auf einmal wie Spiderman an unserer Zeltwand hochklettern wollte und dort die Krallen versenkte. Entsprechend schimpften wir, was uns umgehend leidtat. Schließlich war er ein Kitten und das ein vollkommen normales Verhalten, vor allem wenn er tagsüber in seiner Kiste war, Pausen hin oder her. Es flossen noch mehr Tränen, Pivo wurde immer wieder verzweifelt geknuddelt, aber schließlich fiel die Entscheidung, dass es nicht fair wäre, Pivo diese Reise oder dieses Leben aufzuzwingen, nur weil wir ihn unbedingt behalten wollten.

Also fuhren wir am nächsten Tag wieder zurück zum Hof und mussten mit unseren Überlegungen nochmal von vorne anfangen. Der Grund, warum wir Pivo nicht einfach bei Baba Milanka ließen, die sich liebevoll um die beiden Kitten und die Mutterkatze kümmerte, war, dass dort auf dem Hof schon zwei ausgewachsene Kater lebten. Eigentlich drei, aber der eine tauchte schon nicht mehr auf, da er immer so von den anderen vermöbelt wurde. Und die beiden, die noch dort waren, kämpften auch ständig miteinander, um die Gunst der Mutterkatze zu erwerben. Spätestens wenn Pivo geschlechtsreif wäre, würde er aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich verdroschen und ggf. irgendwann auch nicht mehr auftauchen. Das war nicht das, was wir für ihn wollten. Als wir dann noch sahen, wie die Kater sich prügelten und der eine zwei Stockwerke tief bis in den Keller fiel, stand fest, dass wir versuchen würden für Pivo ein Zuhause in einem Land wie Deutschland, Holland, der Schweiz, Österreich oder Frankreich zu finden. Über die Problematik ihn über die Grenze zu bekommen, würden wir uns Gedanken machen, wenn es so weit wäre.

Die nächsten Tage schrieben wir jeden an, von dem wir dachten, dass er ggf. gerne ein Kitten nehmen würde und von dem wir annahmen, dass Pivo es dort besser hätte als es viele Leute auf der Welt haben. Leider war immer etwas, das dagegensprach: jemand war langfristig im Krankenhaus, Nachwuchs stand kurz vor der Tür, es war schon eine Katze vorhanden usw. Es war frustrierend. Hinzukam, dass Pivo krank geworden war. Einen Tag nachdem wir wieder auf dem Hof angekommen waren, hatte er Durchfall bekommen. Zunächst wirkte es nicht allzu schlimm, da er zuvor so festen Stuhl hatte, dass dieser stecken blieb und wir helfen mussten, dass er überhaupt Kot absetzen konnte. Der Durchfall wurde allerdings gar nicht besser. Wir dachten, dass er vielleicht bei Baba Milanka etwas gegessen hatte, was er nicht vertrug und achteten von da an darauf, dass er nur noch seine Sachen fraß. Der Durchfall wurde jedoch immer schlimmer und das, obwohl er nur noch Schonkost in Form von gekochtem Hühnchen, Reis und Trockenfutter bekam. Es wurde so schlimm, dass der Kot nach vier Tagen einfach beim Schlafen aus ihm rauslief. Er bekam es gar nicht mit und konnte auch nichts dagegen machen. Es war furchtbar. Er suchte dauerhaften Körperkontakt, um die Wärme abzugreifen und auch, wenn man dann mal etwas beschmutzt wurde, ließen wir ihn immer mit uns kuscheln und unter unsere Pullis schlüpfen. Wir machten uns große Sorgen und schließlich hatten wir den Luxus uns duschen und Wäsche waschen zu können, sodass es zwar nicht schön, aber auch nicht schlimm war, wenn man mal etwas Kot abbekam. Pivo wurde immer dünner und wog zwei Wochen nachdem wir ihn gefunden hatten grade mal 400 g, also nur 50 g mehr, als zu dem Zeitpunkt, als wir ihn gefunden hatten. Und nicht, weil er nicht zugenommen hatte, sondern weil er mit dem Durchfall die letzten Tage alles Gewicht wieder verloren hatte. Er war nur noch Haut und Knochen. Das fiel vor allem auf, wenn er mit den Kitten von Baba Milanka spielte und überall die Knochen rausschauten, während die anderen beiden propper und wohl genährt waren. Schließlich wollte er aber auch nicht mehr spielen und schlief fast nur noch auf den Wärmflaschen, die wir ihm aus unseren Trinkflaschen mit heißem Wasser machten.

Und ausgerechnet, als wir endlich jemanden gefunden hatten, der Pivo gerne nehmen wollte, zumindest für die Dauer unserer Reise, ging es ihm noch schlechter. Er lag nur noch vollkommen lethargisch herum und reagierte kaum noch. Wir waren verzweifelt, ich heulte mir die Augen aus und wir befürchteten, dass Pivo am nächsten Morgen nicht aufwachen würde. Der Tierarzt, zu dem wir es gestern endlich geschafft hatten, war im Urlaub gewesen. Und es ist in Serbien schlichtweg nicht so, wie wir es von Deutschland kennen, wo man kaum einen Stein werfen kann, ohne eine Tierarztpraxis zu treffen. Hinzu kam, dass wir nur unsere Räder hatten und Pivo in seinem Zustand nicht noch eine Fahrradfahrt antun wollten. Am nächsten Tag wollten wir daher jemanden bitten uns ein Taxi zu rufen (denn selbst das funktionierte nicht, da die Leute am anderen Ende einfach nicht verstanden, was wir wollten) und noch eine Stadt weiter zu fahren, wo es mehrere Tierärzte geben sollte.

Am nächsten Morgen machte Pivo zum Glück allen Umständen zum Trotz seine Augen auf und wirkte auch wieder etwas munterer. Er spielte sogar eine halbe Stunde mit mir und jagte die Maus, die ich an einer Schnur herumzog. Trotzdem wollten wir zum Tierarzt. Daher fuhren wir schließlich mit dem Taxi in die Stadt. Der erste Tierarzt, der auch am besten bewertet war, war laut einem Zettel in der Scheibe nach Belgrad gezogen. Der zweite Tierarzt hatte vor einer halben Stunde geschlossen. Also blieb als letztes nur noch ein Tierarzt zu dem wir, zumindest laut Google Bewertungen, eigentlich nicht gehen wollten. Aber was blieb uns anderes übrig? Der Taxifahrer setzte uns also ab und wir betraten die Praxis, die mehr eine Garage als alles andere war. Wir versuchten mittels Englisch und Google Übersetzer zu erklären, was das Problem war. Glücklicherweise ist Diarrhea (Durchfallerkrankung) in den meisten Sprachen ähnlich und zumindest das war klar. Für uns war nun der Horror, dass wir zum einen nichts verstanden, was der Tierarzt uns sagte und zum anderen selber unser Tier festhalten mussten, da es keinen Helfer gab. Der Tierarzt ging kurz in ein Kämmerlein und kam dann mit fünf Spritzen wieder, wovon wir nur eine als Kochsalzlösung identifizieren konnten. Nun hieß es Pivo festzuhalten, damit man ihm die Spritzen geben konnte. Ich schaffte genau eine Spritze. Danach war ich so fertig, da Pivo so laut, panisch und herzzerreißend schrie, dass ich Henning sagte, dass er das machen müsse. Ich nahm an, dass er damit besser zurechtkommen würde, schließlich kann er auch Hühner schlachten. Ich drehte für die restlichen vier Spritzen dem Tisch meinen Rücken zu und steckte mir die Finger in die Ohren. Anders hielt ich es schlichtweg nicht aus. Als es vorbei war und ich mich umdrehte, erblickte ich einen aufgelösten Henning und ein zitterndes, panisches Häufchen Pivo. Auch, wenn er nach Urin roch, weil er sich vor Angst eingepinkelt hatte, nahm ich Pivo auf den Arm und er flüchtete sich sofort auf meine Schulter, wo er nicht mehr wegzubekommen war. Wir zahlten, gingen und fühlten uns hundeelend. Vor allem Henning hatte Angst, dass Pivo ihm das nicht verzeihen würde. Wir suchten uns schnellstens ein Taxi und fuhren zurück. Zuhause war den restlichen Tag kuscheln angesagt und es wurde schnell offensichtlich, dass Pivo Henning längst verziehen hatte. Zum Glück.

Die nächsten Tage ging es mit Pivo glücklicherweise immer weiter bergauf. Auch wenn sein Stuhl immer noch sehr dünn war, spielte er wieder mit uns und den anderen beiden Kitten, fraß und trank wieder mehr und wollte auch wieder mehr raus. Das stimmte uns zuversichtlich und wir fingen an einen Schlachtplan auszuarbeiten, wie wir Pivo in sein neues Zuhause bekommen würden.

Unser ursprünglicher Plan war uns in Belgrad einen Mietwagen zu nehmen, dass Henning mich und Pivo bis über diverse Grenzen fahren und absetzen würde. Ich würde bis zum endgültigen Ziel mit einer Mitfahrgelegenheit weiterfahren und Henning derweil mit dem Mietwagen zurück und mit dem Flugzeug hinterherkommen würde. Wir fanden das gar nicht mal so doof. Umständlich, aber machbar. Leider scheiterten wir jedoch schon am Flughafen. Henning war per Anhalter bis dort gefahren, um den Mietwagen abzuholen, allerdings akzeptierte man unsere Kreditkarte nicht, sodass ihm der Wagen verweigert wurde und er unverrichteter Dinge zurückkommen musste. Am Ende haben wir es geschafft. Wie genau, mit wessen Hilfe, wer dabei von was wusste und in welches Land es am Ende ging, möchten wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen, um niemanden in Schwierigkeiten zu bringen. Wir können nur sagen, dass wir alles gegeben haben, um Pivo in seine neue Familie zu bringen, wo er sich glücklicherweise auch direkt heimisch gefühlt hat. Und auch, wenn wir sehen konnten, dass es ihm dort mehr als gut gehen wird und er sich wohl fühlt, brachen unsere Herzen ein kleines Stück und ein Teil blieb in Form von Pivo zurück. Wir hätten nie gedacht, dass ein so winziges Tier unsere Reise so auf den Kopf stellen würde, aber es kommt eben immer anders als man denkt.

Pivo hat alles auf den Kopf gestellt und unser großer Traum wurde zur Nebensache.

P. S.:
In diesem Post Scriptum möchte ich gerne noch auf etwas eingehen, was wir unzählige Male zu hören bekommen haben: „Euch ist aber schon klar, dass ihr nicht jedes Tier retten könnt?“ Oder auch: „Da unten gibt es so viel Elend, das ist doch ein Fass ohne Boden.“
Es ist tatsächlich ein Fass ohne Boden, was schlimm genug ist. In Bosnien fangen sie inzwischen Streuner von den Straßen weg und kastrieren sie, bevor sie diese wieder laufen lassen. Gleiches gilt für Rumänien. Ein enormer Fortschritt, wenn man daran denkt, dass früher bei den Säuberungsaktionen die Tier einfach umgebracht wurden. In Serbien ist es leider noch nicht so, dort kümmert sich einfach keiner und man lässt den Dingen einfach ihren Lauf.
Und natürlich ist uns durchaus bewusst, dass wir nicht jedes Tier retten können. Aber die Leute, die uns so selbstlos mit dieser Weisheit behelligen, haben im Balkan oder anderen Ländern mit viel Tierleid vermutlich noch keine Monate verbracht. Diese Leute haben vermutlich nicht jeden Tag das Elend gesehen, was dort das Leben eines Tieres auf der Straße ist. Uns setzt es zu das tagtäglich zu sehen. Und das ist gut so. Denn das bedeutet, dass es für uns nicht normal und schon mal gar nicht ok ist, solches Leid zu sehen. Und natürlich können wir nicht viel machen. Unser Essen Teilen oder die Tiere mal ordentlich streicheln und ihnen ein bisschen Liebe und Zuneigung schenken, ihnen zeigen, dass sie nicht egal sind. Nein, wir können nicht alle retten. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man an einem Tier vorbeifährt und sieht, dass es kein gutes Leben führt, aber irgendwie zurechtkommt oder ob man ein Tier zurücklässt in dem Wissen, dass es sterben wird, wenn man ihm nicht hilft. Ja, wir leben unseren Traum, aber wer wären wir, wenn wir sagen würden, dass unser Traum einer Fahrradweltreise über allem steht, wir unsere Privilegien als verdient ansehen und ignorant an allem vorbeifahren würden und uns jedes Leid egal wäre? Das wären nicht wir, das wäre einfach nur ekelhaft. So wichtig kann ein Traum nicht sein und wenn man die Chance hat Leid zu lindern und sei es nur in Form eines einzigen Lebens, kann der große Traum manchmal zur vollkommenen Nebensache werden.

P. P. S.:
Noch eine letzte Anmerkung. Wer der Meinung ist, dass Straßenhunde immer nur irgendwelche Promenadenmischungen oder Mischlinge sind, irrt sich gewaltig. Wir haben die schönsten Streuner gesehen: Huskys, einen belgischen Schäferhund, Bulldoggen und vieles mehr. Teilweise wahrscheinlich sogar mit reinem Stammbaum, da auch immer wieder Hunde von Züchtern ausgesetzt werden, die irgendeinen „Makel“ haben, wie beispielsweise zu kleine oder zu große Ohren und sich damit nicht für die Zucht eignen. Was fast alle Streuner aber gemeinsam haben, ist, dass sie unendlich dankbar für Zuneigung und Aufmerksamkeit sind und dass in ihnen garantiert ein toller Begleiter steckt. Wer daher überlegt sich einen Gefährten anzuschaffen, sollte Tiere aus Tierheimen oder Tierschutzorganisationen nicht von vornherein ausschließen. Muss es denn ein Tier vom Züchter sein, wenn man einer verlorenen Seele ein neues Leben schenken kann? Die Welt ist schon voller Tiere, mit Sicherheit ist dort das richtige dabei.

Schenkt Tieren aus Tierheimen ein neues Leben. Sie werden euch dankbar sein.

Adopt, don’t shop.

15 Gedanken zu “Pivo – Teil 2

    1. Vielen Dank, Astrid. Ja, es ist wirklich ziemlich schwer. Trotzdem sollte man versuchen damit umzugehen und für sich ggf. den Wunsch mitnehmen etwas zu verändern. Das haben wir für uns definitiv getan.

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  1. Ich finde das Pivo genau euch gebraucht hat um sein schönes wohlverdientes Katerleben zu führen. Es bedeutete bestimmt viel Sorgen, Verzweiflung, Mut und Durchhaltevermögen von euch zwei, aber dem kleinen Fellnäschen ein schönes Zuhause gegeben zu haben und ihm die Liebe und Zuneigung gegeben zu haben, als er sie als kleiner kranker Kater unbedingt brauchte ist doch auch für euch ein Geschenk was unbezahlbar ist. 💕 So schön das es so liebe Menschen gibt, das gibt Hoffnung für alle. 🙏💫

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  2. My heart was breaking for you as I read this! I can only imagine how painful it was to make the decision to find him another home. You tried your best and ultimately decided based on what was best for Pivo. Bravo to you for doing this!

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  3. Wie schön, dass es ein Happy End für Pivo gab!🥰 Ihr habt ja echt einiges auf euch genommen für ihn aber wie soll man so einem unglaublich süßen Fellkneuel denn auch widerstehen? 😍
    Ich finde eure Sicht der Dinge absolut richtig! Man kann zwar nicht die ganze Welt retten aber für einzelne Wesen, denen man hilft, bedeutet es die Welt! ❤
    Danke für alles was ihr aus reinem Herzen tut – es soll euch doppelt und dreifach zurück gegeben werden und alles Gute für eure weitere Reise 🤗🍀

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  4. Toller Bericht und ich Danke euch das ihr alles für den kleinen Pivo gegeben habt ! Ich wünsche ihm in seiner neuen und hoffentlich „für immer“ Familie und euch auf euren weiteren Reisen alles Gute !! 😻🍀

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  5. Liebe Marielle, lieber Hennig,

    ich kann mich der oberen Mai nur anschließen. Ich finde es grandios, was ihr alles für Pivo gemacht hat und es zeigt ganz deutlich, dass ihr beide das Herz am richtigen Fleck sitzen habt. ich wünsche euch für den weiteren Verlauf eures Projektes alles Liebe und Gute!!!

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  6. Hallo, vielen Dank für alles, was Sie für Pivo getan haben. Danke, dass ich dich treffen durfte. Gerne werde ich eure Reisen weiter verfolgen.
    Es ist schrecklich, dass Menschen so grausam gegenüber Lebewesen sein können. Es macht mich sehr traurig. Grüße aus Tschechien.

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