Weihnachten unterwegs

Feiertage weit weg von zu Hause

Als ich diesen Text geschrieben habe, hatten wir den 12.12.2022. Es war also bereits die Hälfte der Vorweihnachtszeit um.

Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich die Weihnachtszeit liebe. Nicht wegen der Geschenke. Diese sorgen in der Regel bei allen Beteiligten mehr für Stress als für Freude und, wenn wir ehrlich zu uns sind, haben wir ohnehin schon mehr als genug Zeug. Viel mehr liebe ich die Weihnachtszeit, weil alles irgendwie gemütlich ist. Überall sind gemütliche Lichter und Kerzen und es duftet unwahrscheinlich gut nach Tanne und Plätzchen. Ich backe auch jedes Jahr wie eine Verrückte und höre die gesamte Adventszeit über Weihnachtsmusik und -hörspiele. Der Tannenbaum wird meist schon in der zweiten Dezemberwoche aufgestellt, schließlich möchte ich auch möglichst lange etwas davon haben. Vor allem bedeutet Weihnachten für mich aber Zeit für und mit der Familie. Heutzutage ist fast jeder ständig gestresst, alle haben Termine und wenig Zeit. Aber an Weihnachten ist ganz sicher, da kommt die Familie zusammen. Und dieses Wissen ist schlichtweg schön. Zwischenzeitlich schaffe ich es selbst Henning mit meiner Weihnachtsfreude anzustecken, der von uns beiden eher die Rolle des Grinch übernimmt. Wie ist das jetzt also für uns unterwegs? Haben wir Heimweh? Feiern wir unterwegs?

Da mir die Weihnachtszeit so wichtig ist, war unser ursprünglicher Plan als Überraschung Mitte Dezember für drei Wochen nach Hause zu fliegen und die Weihnachtszeit und die Feiertage mit unserer Familie und unseren Freunden zu verbringen. Nachdem wir allerdings klein Pivo gefunden hatten, änderte sich alles und wir zogen den Besuch zu Hause vor. (Falls Du noch nicht weiß, wer klein Pivo ist, dann kommst Du hier zu der Geschichte.) Damit war für uns aber auch klar, dass wir im Dezember nicht mehr nach Hause fliegen würden. Daher sind wir am 03.12.2022 von Griechenland mit den Fahrrädern in die Türkei reingefahren. Waren zuvor in Griechenland zumindest einige Häuser und Wohnungen weihnachtlich dekoriert und gab es in den Supermärkten weihnachtliches Gebäck und Süßigkeiten zu kaufen, sucht man dies in der Türkei vergebens. (Wobei wir auch den Glühwein vergebens suchten, mit dem wir uns abends vor dem Zelt gerne aufgewärmt hätten.)

Entsprechend wenig Weihnachtsstimmung herrscht bei uns. Ich höre zwar fast jeden Abend mein Adventskalender Hörspiel mit Kommissar Kluftinger (Wer ebenfalls Hörspiele liebt, sollte mal bei Audible reinhören. Mein Lieblingsweihnachtshörspiel ist „7 Kilo in 3 Tagen: Über Weihnachten nach Hause“ von Christian Pokerbeats Huber sowie die Fortsetzung davon. Hier geht es zu Audible.) und zwischendurch wird auch mal laut Weihnachtsmusik gespielt, wozu wir laut mitsingen und tanzen, aber wirklich weihnachtlich ist es trotzdem nicht. Dafür fehlt einfach zu viel von dem, was für uns Weihnachten ausmacht. Zumindest das Wetter passt aber. Es ist nasskalt und grau. Das typische deutsche Weihnachtswetter. Daher herrscht bei uns auch häufiger eher Schlammschlacht als Schneeballschlacht.

Wirklich traurig sind wir aber trotzdem nicht, dass es so wenig weihnachtet. Denn das bedeutet schließlich auch, dass dieses Sehnsuchtsgefühl nach Gemütlichkeit, Geborgenheit, Familien und Freunden nicht stärker ist als sonst auch. Es wird kein Heimweh erzeugt und das ist gut. So können wir frohen Mutes weiter reisen ohne einen dicken Kloß im Hals. Und obwohl wir im Zelt natürlich keinen Weihnachtsbaum aufstellen können, werden wir dieses Jahr dennoch ein Bäumchen schmücken, denn unsere Warmshower Gastgeberin feiert ebenfalls Weihnachten und daher gibt es zumindest ein Plastikbäumchen. Heute Abend wird der Baum aufgestellt und geschmückt. Da kommt Freude auf!

Außerdem werden sich unsere diesjährigen Weihnachtsplätzchen wahrscheinlich nicht auf die Packung Spekulatius aus dem griechischen Lidl beschränken. Denn der Plan ist, dass wir die Tage weiter ostwärts fahren und uns dort mit zwei anderen deutschen Radreisenden treffen, die zurzeit in einer kleinen Wohnung aus dem Bekanntenkreis pausieren und uns zu sich eingeladen haben. Und der Plan ist weiter, dass wir es etwas weihnachten lassen und gemeinsam Plätzchen backen. So kommt vielleicht doch noch weihnachtliche Stimmung auf, auf jeden Fall aber weihnachtlicher Duft. Je nachdem, wann wir bei Christopher und Gina ankommen, werden wir vielleicht auch die Weihnachtstage gemeinsam verbringen. Das ist tatsächlich etwas, das wir im Moment vermehrt mitbekommen. Radreisende weltweit verbinden sich untereinander, schauen, wer wo ist, um dann mit denjenigen, die in der Nähe sind, gemeinsam Weihnachten zu verbringen. Als Radfahr-Familie sozusagen. Natürlich ist das nicht das Gleiche wie daheim, aber trotzdem ist es schön, tut gut und trägt viel vom weihnachtlichen Geist in sich, nämlich Nächstenliebe.

Spätestens jetzt wäre es zu Hause normalerweise an der Zeit seinen Wunschzettel für das Christkind auszulegen. Das zumindest können wir auch von unterwegs. Allerdings macht so eine Reise recht bescheiden und daher sieht unser Wunschzettel dieses Jahr deutlich anders aus als sonst. Im Gegensatz zu all den anderen 28 Weihnachten zuvor wünsche ich mir dieses Jahr bitte keinen Schnee zu Weihnachten. Lieber Sonne und trockenes Wetter. Außerdem wären eine heiße Dusche und ein Dach über dem Kopf toll. Und wenn dann noch Platz für einen Wunsch bleibt, wäre es Käse, damit wir wenigstens ein kleines, improvisiertes Raclette machen können. Das wäre unser Weihnachtstraum.

Und damit:

Frohe Weihnachten an alle!

Wir haben den Weihnachtsmann entdeckt.

P. S.:

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